Liebe Leser*innen,

vor 4 Wochen am, Samstag, den …. war ich mit meiner Freundin Saskia noch in Berlin im Theater im DT genauer gesagt, wir schauten uns ein Stück eines geogischen Regisseures an, er sprach selber kein deutsch. 

Jetzt vier Wochen später kommt es mir fast unvorstellbar vor, was an sich zu unserem täglichen kulturellen Leben gehört.

Schon damals wurden die ersten öffentlichen Veranstaltungen abgesagt. Auch wir entschieden uns, unser geplantes Frauenfest am 8.3. zu verschieben.

Und dann … ging es Knall auf Fall.

Vor ca. 2 Wochen, am fast letzten Schultag in Brandenburg, es war der 18. März, wurde mir bewusst, dass alles kann länger dauern. Im Laufe der Woche kamen jeden Tag Stornierungen von Gastspielen und die Fortführung meiner theaterpädagogischen Projekte lagen auf Eis. Von heute auf morgen glaubte ich ohne Einnahmen zu sein. Das war wie ein Schock für mich.

Doch jetzt zwei Wochen später sieht meine Situation als darstellende Künstlerin bereits anders aus. Ich bin dabei mein Theater in den digitalen Raum zu verlegen. Für mich war es wie eine Gehirnakrobatik, diesen virtuellen Raum, als Raum zu begreifen, in dem sich Menschen virtuell treffen und miteinander arbeiten.

Diese Arbeit fruchtet bereits. Auf der AWO Internetseite https://awo-potsdam.de/corona-ticker/ könnt Ihr einen Videoclip sehen: „Toschka grüßt aus dem Wohnzimmer“. Toschka ist ein Bär, eine Handpuppe und seit mehreren Jahren begrüßt er die Kinder in der KiTa Kinderland in Trägerschaft der gGmbH zu der Märchenzeit. Jetzt grüßt er die Kinder zu Hause, die nicht in die KiTa gehen können.

Das Zweite ist: Die Theater AG an der Friedrich W. v. Steuben Gesamtschule in Potsdam Kirschsteigfeld finanziert über INISEK kann ebenfalls digital weitergeführt werden.

Und das Dritte: das gemeinsame Projekt mit der Sozialarbeiterin „Starke Mädchen“ an der K. Kollwitz Oberschule in Potsdam West konnte auch ins Internet verlegt werden und bereits gestern haben wir uns das erste Mal in einem Chat zu viert getroffen.

Über diese Möglichkeiten bin ich sehr froh, denn so können wir mit unseren Jugendlichen weiter in einem persönlichen Kontakt bleiben.

Für mich ganz persönlich als meine künstlerische Herausforderung, möchte ich diesen Blog für mich ins Leben rufen, um den Kontakt zu Euch und zu Ihnen zu halten, mit den ich täglich arbeite oder die meine Zuschauer*innen sind.

Es wird Arbeiten geben, die richten sich an die Kinder, manchmal sind es eher Gedanken, die mich bewegen, manchmal sind es Zeichnungen, die ich mache, es gibt etwas für Jugendliche oder ich möchte über die Herausforderungen meines künstlerischen Alltags berichten. Ich bin gespannt über meine selbstgestellte Herausforderung und auch aufgeregt!

Theater ist für mich ein öffentlicher Vorgang im Hier und Jetzt, dass durch seine Zuschauer*innen lebt, ich öffne jetzt meine virtuelle Tür und möchte Sie und Euch herzlich einladen ab und zu vorbei zu schauen!

Mit herzlicher Verbundenheit

Eure Kathrin Thiele