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Eine Hand voller Sterne

frei nach R. Schami – interkulturelles TanzTheater von Oranienburger Kindern – 2016

20 Kinder und Jugendliche aus Oranienburg 
Theaterpädagogin: Kathrin Thiele
Gemeindepädagogin: Saskia Waurich
Tänzer/Choreograph: Francisco Cuervo
interkulturelle Assistenz: Osman Kutluay

Der 14- jährige Bäckerjunge aus Damaskus erklärt seinem Onkel Salim, dass er jeden Tag schreiben möchte, er möchte sich frei schreiben … .

Wir gehen auf Entdeckungsreise, erfahren die Wünsche des Bäckerjungen. Er möchte Journalist werden, doch sein Vater sagt: „Bäcker sollst Du werden! Seit Generationen sind wir Bäcker. Das ist unser Schicksal“. Wir erfahren die alltägliche Realität in einer Diktatur. Jeden Tag schreibt der Junge in sein Tagebuch. In unserem Theaterstück wurden manche Einträge gelesen, viele getanzt und einige in Schauspielszenen dargestellt. Alles ist miteinander verflochten, auch eigene Tagebuchtexte der Darsteller*innen kommen zu Wort.

„Ein Tagebuch ist wie ein Rückspiegel. Nur wenige Menschen schreiben ein ehrliches Tagebuch. Aber auch der schlimmste Lügner unter ihnen hat später einen Spiegel. Es ist dann ein verzerrender Spiegel, wie auf dem Jahrmarkt, und man darüber lachen. Ich lüge nie ohne Grund. Meistens nur, weil die Erwachsenen mich nicht verstehen.“  – Tagebucheintrag des Damszener Bäckerjungen

Das komplette Stück gibt es als Video auf YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=0kMM4Jqr0Bw

Presse

„Ich möchte keine Bomben mehr sehen“ liest ein Junge vor. „Ich möchte, dass meine Familie wieder zusammenkommt.“ Befindet ein Mädchen. Mit diesen Wünschen endet das Stück „Eine Hand voller Sterne!“. Manche im Publikum bekamen da feuchte Augen, erinnert sich Diakonin Saskia Waurich. … Unermüdlich haben die Kinder geprobt, die geflüchteten und einheimischen Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 8 und 15 Jahren. Deutsche, Syrer und Palästinenser, letztere aus Libyen. Sie lernten mehr als bloße Tanzschritte und Textsequenzen. Nämlich vor allen gegenseitige Achtung, gegenseitige Verstehen, einfach das Miteinander, das Abbauen von Vorurteilen.“  

MAZ,  6./7. August 2016 von Fritz Hermann Köser

„19 Jungen und Mädchen stellen sich zunächst mit ihrem Lieblingsplätzen und Wünschen vor und lesen dann abwechselnd aus dem Tagebuch des 14-jährigen Syrers vor. Im Tanz stellen sie seine Geschichte dar. Es ist zu gleich eine eigene, andere, allgemeinere Geschichte von einer Gesellschaft, die enge Grenzen setzt. Die Kinder bewegen sich zu fließender orientalisch anmutender Musik paarweise, einzeln und in der Gruppe durch den Saal, bilden Beziehungen, spiegeln sich in dem jeweils anderen. Weiche Bewegungen kontrastieren mit eingefrorenen Situationen: Eine Berührung mit dem Finger zieht das Gegenüber sanft an oder stößt es ab. Abwehrende Gesten lenken wie zufällig in eine andere Richtung. Das Bild wandelt sich, als ein Putsch die Gesellschaft erschüttert und ein Freund des Jugendlichen, ein Journalist, verhaftet wird. Andeutungen reichen, um tänzerische Befehle und Gefolgschaft darzustellen, aber auch blindes Vertrauen. Das Tanzspiel ist ein Plädoyer für Kommunikation und friedliche Interaktion. Zurecht bekommen die Kinder vom Publikum für ihre konzentrierte, ernsthafte Darstellung viel Applaus.“

Oranienburger Generalanzeiger, 4.6.2016 von Heike Weißapfel

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